Man sagt ja, Prognosen seien schwierig – besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.
Trotzdem möchte ich unsere Tradition fortführen, Ihnen am Ende eines weiteren bewegten Jahres einen kleinen „Blick in die Glaskugel“ zu geben. Keine wissenschaftliche Analyse, keine übertriebene Zuversicht, sondern eine persönliche Einschätzung dessen, was der Berliner und Brandenburger Wohnimmobilienmarkt im Jahr 2026 bereithalten könnte.
Zinsen – endlich mehr Normalität
Nach turbulenten Jahren scheint der Zinsmarkt langsam zur Ruhe zu kommen. Für Käufer bedeutet das: Finanzierungen sind wieder planbarer.
Für Verkäufer: Ernsthaft Kaufinteressierte kalkulieren mit belastbaren Parametern.
Käuferperspektive
Eigennutzer:
2026 könnte ein gutes Jahr werden. Die Märkte sind entspannter, der Wettbewerb um geeignete Objekte ist moderater, und viele Verkäufer sind gesprächsbereiter als früher.
Kapitalanleger:
Der Markt wird wieder rationaler. Renditen steigen leicht, Kaufpreise bleiben gedämpft, und viele Risiken sind endlich eingepreist. Wer langfristig denkt, findet solide Voraussetzungen.
Verkäuferperspektive
Gepflegte, energetisch akzeptable eigengenutzte Immobilienlassen sich gut verkaufen. Schlechte Lagen bleiben … naja … schlechte Lagen.. Mit einer klaren Preisstrategie lassen sie sich dennoch platzieren. Gute Lagen funktionieren sowieso, egal wie die Weltlage ist.
Kapitalanlageimmobilien lassen sich verkaufen, wenn
- die Immobilie gut in Schuss ist,
- Leerstand ansteht,
- oder eine energetische Modernisierung ohnehin ansteht (Sanierungskosten einkalkulieren!).
Warten oder jetzt handeln?
Warten Sie, wenn Sie in hippen Innenstadtlagen auf den ultimativen Preissturz hoffen – der aber nicht kommen wird.
Warten Sie nicht, wenn Sie ohnehin „irgendwann mal“ handeln wollten. Irgendwann ist jetzt.
Mehrfamilienhäuser – Energie bleibt das Schlüsselthema
Der Wert eines Gebäudes hängt immer stärker davon ab, wie effizient es sich beheizen lässt.
Schlechte Energieeffizienz bleibt ein Preisdämpfer, während energetische Sanierungen Potenziale heben können.
Neubau – das chronische Sorgenkind
Warum bleibt der Neubau schwierig?
- Baukosten sinken im Schneckentempo.
- Förderprogramme bleiben so durchschaubar wie Berliner Flughafenpläne.
- Grundstückspreise sind unbeeindruckt von der Marktlage.
- Bauunternehmen suchen verzweifelt nach Beschäftigung – aber nicht verzweifelt genug, um deutlich günstiger zu werden.
Unterm Strich:
Es wird weniger gebaut, als wir brauchen – aber das ist inzwischen Tradition.
Für Käufer bleibt Neubau teuer, aber nicht mehr völlig jenseits des Realismus.
Grundstücke lassen sich nur mit marktgerechten Preisen platzieren.
Der Blick über den Tellerrand
Ukrainekrieg, US-Politik, innenpolitische Spannungen, Wirtschaftsnerven und globale Lieferketten – all das bleibt präsent.
Aber: Der Immobilienmarkt hat gelernt, mit Unsicherheiten umzugehen. Die ganz großen Schocks bleiben aktuell aus.
Zum Schluss: ein Dank und ein Wunsch
2025 war ein anspruchsvolles Jahr – für Eigentümer, Käufer, Vermieter und uns als Marktteilnehmer. Gerade deshalb möchte ich Ihnen für das fortgesetzte Vertrauen, die angenehme Zusammenarbeit und viele gute Gespräche danken.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein ruhiges, friedliches Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gesundes, erfolgreiches Jahr 2026.
Bleiben Sie uns gewogen.